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Welz beschreibt das folgendermaßen: „Es gelang mir bei ihm, den Todeskampf, der aus Mangel an Luft sich zur furchtbarsten Angst gesteigert hatte, durch eine zwanzig Minuten lang fortgesetzte Aetherinhalation in einen heitern und schmerzlosen Zustand zu verwandeln. Der Sterbende wurde während dieser Inhalation nicht nur von keinem Husten befallen, sondern konnte im Gegentheil tiefere Inspirationen machen und den in den Bronchialstämmen rasselnden eitrigen Schleim wieder expektorieren. Bald darauf verschied er bei vollem Bewusstsein, aber von heiteren Bildern umgeben […].“ 1847 wurde Äther von dem Geburtshelfer Walter Channing (1786–1876) zur Behandlung von Krämpfen bei Schwangeren eingesetzt. Eine einfache Apparatur zur Verabreichung des Äthers (Inhalator) hatte bereits Morton konstruiert. Für erste Äthernarkosen in Deutschland wurden „Blasenapparate“ (mit Schweine- oder Rinderblasen) mit kurzem Rohr und Mundstück verwendet, die aber wegen der Gefahr der mangelnden Sauerstoffzufuhr teilweise durch Ventilapparate, welche die Gabe eines Ätherdampf-Luft-Gemisches ermöglichten, ersetzt. Der leichtflüchtige Äther wurde dann auch – wie bei Robert Ritter von Welz beschrieben – über ein Inhaliersystem verabreicht, wobei der flüssige Äther von einem Schwamm aufgenommen wurde und dann über eine Schlauchleitung dem Patienten zugeführt wurde. Durch Bernhard Kroenig erfolgte um 1903 eine technische Verbesserung der Äther- und Chloroformnarkose mit dem Roth-Drägerschen Mischnarkoseapparat.
Quellen: de.wikipedia.org
Ab 1908 wurde von dem französischen Kinderchirurgen und Orthopäden Louis Ombrédanne (1871–1956) ein weiteres Narkosesystem eingeführt, dessen Weiterentwicklungen bis zur Entstehung geschlossener Narkose-Systeme – erstmals 1923 durch den in North Bloomfield (Ohio) geborenen Chirurgen und Anästhesiologen Ralph Milton Waters (1883–1979) – führten. Berliner Ärzte nutzten eine vereinfachte Technik, bei der dem Patienten ein Tuch oder Schwamm vorgehalten wurde.
Quellen: de.wikipedia.org
Die insbesondere aus hygienischen Gründen eingeführte Schimmelbusch-Maske, bei der Äther auf ein Tuch getropft wird, war eine weitere Möglichkeit, das Anästhetikum zuzuführen. Ab etwa 1870 (in England) bzw. 1890 bis 1900 verdrängte Chloroform den Äther zunehmend als Narkosemittel. Im Jahr 1874 hatte T. G. Hake Forschungsergebnisse von Moritz Schiff veröffentlicht, die jedoch zeigten, dass Versuchstiere, die nach hohen Dosen von Äther bzw. Chloroform einen Herzstillstand erlitten, im Falle von Äther durch künstliche Beatmung wiederbelebt werden konnten, im Falle von Chloroform aber zusätzlich eine direkte Herzmassage dazu benötigten. Nach Tierversuchen hatte der Chirurg Victor Horsley um 1884 blutdruck- und hirndrucksteigernde Wirkungen von Äther festgestellt und zur Verwendung bei neurochirurgischen Operationen abgeraten. Aufgrund seiner langen Abklingzeit, häufiger, unangenehmer Nachwirkungen (u. a. Erbrechen, Unruhe) sowie der Explosionsgefahr (vor allem in Anwesenheit elektrischer Geräte) bei der Bildung von Äther-Luft-Gemischen wird Diethylether jedoch heute i. d. R. nicht mehr zur Narkose benutzt. Beispielsweise in den 1930er Jahren kam es in der Charité bei Benutzung eines Glühkauters zur Entzündung von Ätherdämpfen bei der Operation eines zwölfjährigen Jungen und dadurch auch zu einem Bersten einer Sauerstoffflasche, wobei der junge Patient getötet und mehrere Personen verletzt wurden.
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Jedoch war Äther noch bis zu Beginn der 1950er Jahre (in Kombination mit Sauerstoff und Lachgas) das Hauptnarkotikum bei (meist mit einem Barbiturat eingeleiteten) Narkosen, auch wenn die Operateure die Blutstillung wegen der Explosionsgefahr nicht mittels Elektrokoagulation durchführten, sondern Blutgefäße jeweils einzeln abbinden mussten. Die von dem Würzburger Chirurgen Burkhardt um 1909 bis 1911 durchgeführte Gabe von Äther über die Venen zur Erzielung einer intravenösen Narkose wurde wieder verlassen. Ein weiteres medizinisches Anwendungsgebiet des Diethylethers (als apolares Lösungsmittel) ist seine Funktion als Lösungsvermittler bei der Herstellung von Tinkturen etc., deren Wirkstoffe sich in polareren Lösungsmitteln wie Alkohol oder Glycerin nicht oder nur schwer lösen lassen, z. B. bei der Herstellung von Arningscher Tinktur.
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